Mittwoch, 7. September 2016
Stetiger Wandel
Blogzeit!
Ich habe heute meinen freien Tag. Es ist echt schön den Vormittag zu genießen, wenn alle anderen arbeiten müssen. Die Luft ist schon deutlich kühler geworden. Man kann den Herbst förmlich riechen. Auch die Blätter von meinen Magnolienbaum werden langsam braun und der Ahorn hat sein Blätterkleid schon teilweise abgeworfen.

Ich hatte noch so einen runzligen Pfirsich im Obstkorb liegen. Zum Wegschmeißen war er mir zu schade, also habe ich ihn an die Hasen verfüttert.
So etwas habe ich noch nie gesehen. Wie die auf den Pfirsich abgegangen sind. :-D
Die haben sich immer gegenseitig den Pfirsich geklaut und sind damit weggerannt. Der andere Hase natürlich hinterher, denn der will ja auch noch was abhaben von der Leckerei. Dann ist der Pfirsich bei der Rennerei runtergefallen und die haben ihn nicht mehr wiedergefunden. Ich habe mich echt totgelacht als ich die beiden dabei beobachtet habe. :-)

Naja, nun zu einem ernsteren Thema!
In den letzten Wochen war einiges los. Sicherlich habt ihr schon mitbekommen, dass ich öfter mal etwas wegen meiner beruflichen Situation angedeutet habe.
Nun ja, unsere Dienststelle wird wegrationalisiert. Ich werde zwar nicht entlassen, aber ich bekomme eine neue (wahrscheinlich schlechtere) Tätigkeit und muss dazu noch an einen neuen Standort. Wer schon mal in Stuttgart war, kennt dort die Verkehrslage. Als Alternative wurde uns eine Abfindung angeboten und eine professionelle namhafte Personalvermittlung im Anschluss.

Was hättet ihr getan?

Ich habe wirklich sehr lange darüber nachgedacht. Bin ich dumm, wenn ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag kündige? Andererseits müsste ich jeden Tag nach Stuttgart und dann komme ich höchstwahrscheinlich in die Störungsannahme. Störungsannahme? Schlechtere Arbeitszeiten und jeden Tag verärgerte Kunden! Und ich mit meinem technischen Know-how! Außerdem haben die ja auch schon genug Leute. Was kommt als nächstes?

Andererseits ... ein unbefristeter Arbeitsvertrag, ein starker Betriebsrat, gute Arbeitsbedingungen! Die können mich nicht einfach so rauswerfen. Andere würden alles dafür geben. Bin ich doof das alles zu riskieren?

So in etwa waren meine Gedankengänge über mehrere Wochen hinweg. Ein Hin und Her! Mal tendierte ich mehr dazu, mal dazu. Ich habe einige Leute um Rat gefragt und selbst da gingen die Meinungen sehr auseinander. Sogar mein Chef meinte, wenn er noch so jung wie ich wäre, hätte er es riskiert.

Am Ende fragte ich mich wie mein Leben in 10 Jahren aussehen sollte und dann war es mir klar!
In der Störungsannahme oder bei einem Job, der mir sogar nicht Spaß machte, konnte ich mich gar nicht sehen. Man lebt nur einmal und manchmal muss man etwas riskieren damit sich etwas ändert.

Also habe ich angenommen! Zum Ende des Jahres verlasse ich das Unternehmen und bin erst einmal arbeitslos (klingt peinlich das zu sagen). Dann suche (und finde hoffentlich) ich mir etwas, dass ich gerne mache und dass ich auch bis zur Rente durchziehen würde. Drückt mir die Daumen!

Allerdings hat die Sache auch einen kleinen Haken. Ich habe ja einen Zusatzvertrag wegen den berufsbegleitenden Studium. Da ich jetzt den Aufhebungsvertrag unterschreibe, muss ich das Studium abbrechen. Ansonsten müsste ich alles zurückzahlen und das kann ich mir dann nicht mehr leisten. Ich habe 2 Jahre Lebenszeit und mehrere Tausend Euro damit weggeschmissen, aber was soll´s. Shit happens! Naja, ist schon etwas schade. Allerdings war ich durch zwei Umzüge schon so sehr im Verzug, dass ich nicht weiß, ob ich das Studium jemals rechtzeitig geschafft hätte.

Ja, so sieht es aus. Was meint ihr dazu? Bin ich blöd oder risikofreudig?

Hab ja schon Knall auf Fall meinen Freund verlassen und bin zu meinen Brieffreund gezogen. Ich habe das nie (bis jetzt z. mind.) bereut, obwohl mich damals jeder für verrückt erklärt hat. Ein halbes Jahr Wochenendbeziehung, dann mit in die WG gezogen und nun haben wir eine eigene Wohnung mit zukünftigen Kinderzimmer/ jetziges Bürozimmer/ Zockerhöhle/ Fotoshootingraum/ Hamsterwohnung. Ähm, Multifunktionsraum halt!

Seltsamerweise fühle ich mich, seitdem ich die Entscheidung getroffen habe, sehr viel weniger traurig. Ich bin zwar etwas ängstlich, weil ich nicht weiß, was passieren wird, aber ich freue mich auch auf neue Herausforderungen. Ich sehe wieder hoffnungsvoller in die Zukunft. Wie kann es negativ sein, wenn ich mich dabei besser fühle?

Echt toll noch den ganzen Tag vor sich zu haben! :-)
Es ist erst 10 und ich habe heute auch nicht viel zu tun. Ich muss nur einkaufen und etwas aufräumen. Heute Nachmittag treffe ich mich mit einer Freundin zum Schwimmen und bis dahin werde ich noch etwas Fahrrad fahren und Desserts auf meinem Foodblog posten.

Ähm ..... merkt man mir an, dass ich schon einen Kaffee mit Baileys getrunken habe, weil die Milch alle ist? Ja ja, ich sagte doch, ich muss noch einkaufen. Auto wird nicht mehr gefahren, nur Fahrrad. Don´t drink and drive!

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